Ab dem 2. bis 3. Lebensjahr sind regelmässige Karieskontrollen bei Ihrem Kind ratsam. Die Kontrollen sind auch für die Psyche wichtig, damit Ihr Kind in einer lockeren Atmosphäre beim Zahnarzt landet und nicht erst als eventueller Notfall. Die Kontrollen gehören so zum Alltag und Ängste kommen gar nicht auf.

Eine erste kieferorthopädische Kontrolluntersuchung Ihres Kindes sollte im 5. bis 6. Lebensjahr stattfinden, um Störungen der Gebissentwicklung im Milchgebiss festzustellen.

Eine zweite Kontrolle der Zahn- und Kieferstellung sollte im 9. Lebensjahr stattfinden.

Eine dritte Kontrolle sollte im 12. Lebensjahr nach dem Durchbruch aller bleibenden Zähne stattfinden.

Es kann vorkommen, dass die Milchzähne auch länger im Mund bleiben. In dem Fall ist das Anfertigen einer Übersichtsaufnahme (Orthpantomographie) der Kiefer sinnvoll. Der Kieferorthopäde stellt fest, ob die bleibenden Zähne verlagert oder ev. nicht vorhanden sind.

Zur Abklärung der meisten Geburtsgebrechen schreibt die IV die Präsenz der vier oberen und unteren Frontzähne vor. Diese sollten daher durchgebrochen sein, ausser, sie sind offensichtlich retiniert oder fehlen.

Sagittale Abweichungen.
Vergrösserter Overjet behindert die Lippenkompetenz und sollte daher möglichst früh (ab 8-jährig) behandelt werden. Frontaler Kreuzbiss behindert die sagittale Oberkieferentwicklung und sollte ebenso früh behandelt werden. Sagittale Oberkiefer-Kompression (wie Deckbiss); Merkmal: 6er KL II, Overjet < 4mm: Überweisung mit 11 Jahren (Milchfünfer noch fest, die anderen Milchzähne ausgefallen).

Transversale Abweichungen.
Einseitiger und beidseitiger Kreuzbiss (transversale OK-Kompression) sollte möglichst früh behandelt werden (ab 7 Jahren, ideal mit 8 bis 9 Jahren). Die Behandlung wird oft kombiniert mit dem HNO-Arzt. Abweichungen der Mittellinien und Frontzahndiasthema: Keine Vorbehandlungen. Korrektur erst in der permanenten Dentition (ab 12 Jahren).

Vertikale Abweichungen.
Front offener Biss (meist kombiniert mit einer transversalen Kompression des Oberkiefers und/oder Habits). Überweisung ab 7 Jahren, ideal mit 8 bis 9 Jahren. Tiefbiss und Deckbiss (KL I oder KL II) ab 11 Jahre überweisen (Milchfünfer noch fest, die anderen Milchzähne ausgefallen).

Engstandsprobleme.
Engstände im Wechselgebiss: Überweisung mit 11 Jahren (Milchfünfer noch fest!). Die Milchfünfer bieten in den meisten Fällen die Platzreserve, um die Korrektur «NonEx» auszuführen. Wenn möglich keine Milcheckzähne ziehen! Engstände im permanenten Gebiss: Überweisung jederzeit, Approximale Schmelzreduktion oder Ex-Konzept.

Zahnretentionen, Nichtanlagen und Überzahl.
Jederzeit bei Feststellung des Problems. Im Zweifelsfall Patienten überweisen. Der Kieferorthopäde legt den optimalen Zeitpunkt für die Behandlung fest. Und: Es gibt für die Kieferorthopädie keine Altersobergrenze!